Der Kleine Prinz – Animationsfilm 2015 – Kritik

Die Geschichte des Kleinen Prinzen hat seit ihrem Erscheinen 1943 ein gewaltiges, Millionen starkes Publikum auf der ganzen Welt gerührt, aufgebaut, getröstet und zum Träumen gebracht. Vielen Menschen ist die Geschichte zum Begleiter durch das Leben geworden und zur Erinnerung an das, was wirklich wichtig ist. Dieses einfach erzählte, kurze und dennoch so philosophisch tiefgründige Märchen für Menschen jeden Alters ist auch Gegenstand des gleichnamigen Filmes, der im Dezember 2015 in den deutschen Kinos startete. Wer aber eine Literatur-Verfilmung der Geschichte von Antoine de Saint-Exupéry erwartet, wird böse erwachen.

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Durchschnittliche Bewertung: 4.5. Bei 98 Stimmen.
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Der Film von Regisseur Mark Osborne, eine freie Adaption, trägt zwar den gleichen Titel, doch ist das Original darin, wenn auch eine bedeutende und charmant umgesetzte, eben doch nur eine Nebengeschichte und ein Ausgangspunkt. Wo das Original aufhört, nämlich bei den alles verwandelnden Fragen, was aus dem Kleinen Prinzen und aus seiner Rose geworden ist, und noch wichtiger, ob sein Schaf die Blume gefressen hat oder nicht, da setzt der Animationsfilm an und bietet eine Lösung, die man wohl als eine der brutalsten Varianten bezeichnen muss, die man ersinnen kann. Im Zentrum des Animationsfilms, der sich für Phantasie und gegen Vergessen und Verdrängen wendet, steht ein kleines, namenloses Mädchen und der gealterte Pilot, der Erzähler des Buches, der kurz vor seinem allerletzten Flug steht.

Kinderalltag im 21. Jahrhundert: Die Rahmenhandlung des Animationsfilms

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Die meisten Eltern wünschen sich Großes für ihre Kinder und das heißt nicht selten Besitz, Bildung und eine hohe gesellschaftliche Stellung, kurz, einen tollen Job als Schlüssel für die eigene Selbstverwirklichung. Der steinige Weg dahin führt durch ein Labyrinth von Anpassungen an die Welt der Großen und in der Schule geht dieser Drill erst so richtig los. Doch die richtige Schule muss es natürlich sein, am besten eine elitäre Privatschule, in der nur die Besten und die Reichsten einen Platz ergattern können, eine Schule wie die Werth Akademie. Auch das kleine Mädchen soll und möchte auf diese Schule. Doch beim Aufnahmecasting schlottern dem klugen, lernbereiten und fleißigen Mädchen derart die Knie vor der angsteinflößenden Jury dieser Zuchtanstalt, dass sie die alles entscheidende Frage und damit die Prüfung vergeigt. So schaltet ihre Mutter unverzüglich um auf Plan B, zieht mit ihrer Tochter in den Einzugsbereich der Schule und entwirft für sie einen nahezu grotesken „Lebensplan“, der fortan ihren Alltag bestimmen soll. Für kindliche Bedürfnisse, geschweige denn für Freunde, bleibt in dieser einsamen Schlacht kein Platz.

In dieser Welt sich wiederholender, trister Häuserzeilen, deren Bewohner sich wie in Trance im öden bürgerlichen Gleichklang wie programmierte Roboter, wie Pakete in einer vollautomatisierten Versandstation fortbewegen, stellt sich für das einsame Mädchen schnell Ernüchterung ein. Einzig ihr greiser Nachbar, eine sonderbare Erscheinung, der von der ganzen Umgebung schlichtweg als ein Verrücker ignoriert und in seiner verspielten Unberechenbarkeit als gefährlich betrachtet wird, gibt ihr Rätsel auf. Der alte, vor Phantasie strotzende Pilot bringt sein Flugzeug für seinen letzten Flug auf Vordermann. Doch bei dem Versuch, es zu starten, löst sich der Propeller, fliegt durch die Küchenwand des Nachbarhauses und kostet seiner neuen, jungen Nachbarin fast das Leben.

Um dieses Leben, wie sie es bis dahin geführt hatte, wird er sie dann tatsächlich bringen, später, aber auf ganz andere Weise. Und dies beginnt mit einem Papierflugzeug, das durch ihr Fenster hereinschneit, während sie für die Schule büffelt und er sehnsüchtig auf seiner Aussichtsplattform auf dem Dach seines behaglichen Hauses die Dämmerung und mit ihr den Sternenhimmel erwartet. Das gefaltete Papier enthält eine Episode aus der Erzählung des Piloten, aus der Geschichte über den kleinen Prinzen. Und diese Geschichte zieht sie unverzüglich in ihren Bann, weil sie allem widerspricht, was vorstellbar, oder besser gesagt, logisch ist, weil sie dem widerspricht, was und wofür sie lernt und schon gelernt hat. Als sie, mit ihren Fragen bewaffnet, durch ein Loch im Zaun den Garten ihres Nachbarn betritt, tritt sie ein in ein Reich, das ihr bisher versagt war, das beschwingende Reich der Phantasie. Schnell schließt sie Freundschaft mit dem Alten, der sie mit weiteren Episoden aus der Geschichte vom Kleinen Prinzen versorgt, die in seinem Haus als Loseblattsammlung zwischen all dem Krimskrams, an den sich die Erinnerungen eines – seines – erfüllten Lebens haften, verstreut herumliegt. In der Nähe des Alten entfachen zusehens ihre kindlichen, ureigenen Kräfte. Sie fühlt sich pudelwohl, vollkommen und geliebt. Da verbietet ihr ihre Mutter den Umgang mit ihrem neuen Freund, weil sie den „Lebensplan“ vernachlässigt hatte. Ihre Verwandlung aber kann das nicht mehr aufhalten.

Filmszenen im Bild

Bilder: © WARNER BROS. PICTURES GERMANY

Zweieinhalb Filme in einem: Für welchen lohnt sich der Gang ins Kino?

Der kleine Prinz – Filmplakates Animationsfilms 2015 (deutsche Kinoversion)Der Film ist für ein weltweites Massenpublikum ohne Altersbeschränkung gemacht. Die Moral liefert er gleich mit. Brühwarm zeigt er, was Phantasie und Freundschaft und letztendlich auch Mut und Selbstüberwindung bewirken können. Insgeheim aber beschreibt er die Wirkung des Buches, das nunmehr schon viele Generationen beschäftigt. Dabei kann man sich Popcorn einwerfen, Cola schlürfen und unter Umständen muss man zwischendurch seine Kinder zurechtweisen, weil die Story viel zu kompex ist für das kleine Publikum, und die Zappelphilippe zu zappeln beginnen und ihre Eltern mit laut gestellten Fragen in Verlegenheit bringen. (Sechs, sieben Jahre alt sollte man schon mindestens sein.) Fans des Buches müssen sich darauf gefasst machen und auf einiges mehr. Denn das Buch gibt seinen Lesern unendlich viel Spielraum für das eigene Erleben der Geschichte mit all seinen bewegenden Nachwirkungen. Im Film wird diese – originale – Geschichte in kleingehackten Häppchen auf den wichtigsten Kern geschröpft, (der Rest findet sich in Bildzitaten versteckt) und ist nach gut der Hälfe der Spieldauer in einer doch sehr beeindruckenden Bildersprache fast fertig nacherzählt.

Während die Rahmenhandlung wie ein gewöhnlicher, 3D-animierter Film präsentiert wird, zeigt Osborne die Geschichte des Kleinen Prinzen in Stop-Motion. Diese eingeschobenen Sequenzen aus bemaltem Pappmaché wirken erfrischend und geradezu bezaubernd. Sie reißen sofort hinein in die von Phantasie, Wärme, Freundschaft und Verantwortungsgefühl geprägte Welt des goldlockigen Heldens und entschleunigen. Überwältigend auch als der kleine Prinz auf Streifzug mit dem Fuchs einen Rosengang mit Tausenden von Rosen entdeckt und an der Einzigartigkeit seiner Rose zweifelt. Man schreit innerlich nach mehr, bekommt es aber nicht.

Fast ernüchternd ist es dann, wenn der Film im – etwas zu lang geratenen – Mittelteil zu der Heldin zurückkehrt, wo ihre Mutter ihr den Umgang mit dem Alten verbietet, wo die Bilderstrecken fluten und das Blablabla der großen Leute ersetzen und die Dressur der Tochter noch unnachgiebiger fortgesetzt wird. Sie wird quasi gezwungen, ihren Freund zu vergessen. Da wendet sich das Blatt, der Alte liegt im Sterben und wird ins Krankenhaus gefahren. Sein letzter Flug, der zu seinem Freund, dem kleinen Prinzen, scheint unmöglich. Dem kleinen Mädchen bricht das Herz, der Alte hat sie gezähmt. Und sie bricht die Ketten, die sie fesseln, macht das Flugzeug startbereit und begibt sich auf die Suche nach dem einzigen Freund des Piloten, an den auch sie glaubt. Vorhang auf für den letzten Teil, der fast schon ein eigener Film sein könnte. Der Hauptfilm?

Worst Case Szenario: Die schaurige Fortsetzung des Kleinen Prinzen

„Betrachtet euch den Himmel. Fragt euch: Ja oder nein, hat das Schaf die Blume gefressen oder nicht? Dann werdet ihr sehen, wie sich alles verändert …“ Der kleine Prinz hatte dem Piloten zum Abschied die Sterne zum Geschenk gemacht. Sie sollten für ihn wie 500 Millionen Glöckchen sein, die für ihn lachen, wenn er sie betrachtet, weil der Pilot das Lachen des Kleinen Prinzen so sehr liebte. Für den Autoren Antoine de Saint-Exupéry waren sie Symbole, diese Sterne. Jeder Stern stand für die Einzigartigkeit eines Menschens oder einer Blume. Und weil man die Sterne am Himmel kaum voneinander zu unterscheiden vermag, muss man beim Betrachten all dieser Sterne zwangsläufig an diesen einen Menschen denken. Und durch ihn hindurch betrachtete man auch irgendwie die ganze Menschheit. Ein überaus verbindender und versöhnlicher, wenn auch etwas kitschiger Gedanke. Das Los der Menschheit hatte Saint-Exupéry im Blick, nicht die Mittelmäßigkeit des Individuums.

Im Film von Mark Osborne und den Drehbuchautoren Irena Brignull und Bob Persichetti hat der Kleine Prinz seinen Planeten nie erreicht. Für all diejenigen, die den Kleinen Prinzen lieben, für die sich vielleicht schon alles verändert hat, muss diese Version wie ein furchbarer Tritt ins Gesicht wirken. (Für den alten Piloten erst recht!) Doch man muss gestehen, dass diese Version zwar gewagt, aber doch, wenn auch mit zugedrücktem Auge, berechtigt ist.

Die Zeit stand nicht still seit der Abreise des Kleinen Prinzen. Die absurde Welt der großen Leute hatte er nicht verstanden, sie mit ihren Ansprüchen auf Regentschaft über andere, mit ihrer Eitelkeit, ihrer abstrusen Befehlshörigkeit und ihren verfehlten Besitzansprüchen, sie, die ziellos von A nach B reisen und weiter nach C und D und dennoch nicht wissen, wohin ihre Lebensreise gehen soll, sie, die Wurzellosen, die sich im Kaufrausch verlieren, wo Verkaufsstrategen in ihnen Wünsche nach Pillen für mehr Zeit wecken, nach denen sie selbst nie begehrt haben, sie, die mit ihren falschen Einstellungen zum Leben und zu ihren Nächsten die Welt in Schutt und Asche legen… können… und die Kinder mit diesem Mief verderben. Saint-Exupéry warnte mit beißender Ironie, die einem dennoch ein Schmunzeln und ein warmes, melancholisches Lächeln auf den Mund zaubert, vor einer kalten, technisierten und sich im Konsumwahn verstrickenden Menschenheit, und zeigte die Zerbrechlichkeit unserer Welt und die Irrwege unserer Kultur, in der sich das Individuum zunehmend über den Menschen erhebt und nur noch über sich selbst nachdenkt.

Diese Welt der großen Leute hat sich nicht geändert, ganz im Gegenteil, sie hat sich – sagen wir – weiterentwickelt, und wie! Der greise Pilot bedauert nun: „Wahrscheinlich ist die Welt einfach zu erwachsen geworden.“ So führt der Flug des kleinen Mädchens, das ist dann konsequent weitergesponnen, hinein in eine düstere durchautomatisierte Welt ohne Sonnenlicht und Sterne, deren Fäden nun der aufgeblasene, fettleibige, rotgesichtige Geschäftsmann fest in den Händen hält. Seine Raffgier hat sich zum Größenwahn aufgeschwungen. Es reichte ihm nicht mehr, die Sterne zu besitzen, er zermalmt sie nun auch und missbraucht sie als Energieschub für seine fürchterliche Maschinerie, die den sich türmenden Krimskrams, an dem die Erinnerungen der Menschen kleben, in Büroklammern verwandelt. Die Menschen dieser Welt, Egomanen, die keinen Blick füreinander haben, haben diese Sterne nie am Himmel leuchten gesehen und glauben alles, was man ihnen vorgaugelt. Und mit den Sternen sind auch ihre Träume entschwunden, die nun der Geschäftsmann durch unbarmherzige und ausgeklügelte Schulungen diktiert. Der König, der Säufer, der Laternenanzünder, der Eitle – sie alle hat das System geschluckt und in Hampelmänner verwandelt. Und mit ihnen der Kleine, nun erwachsene Prinz.

Warum diese brutale Entzauberung, diese Demontage, fragt man sich da? Der so sympathische Kleine Prinz, der, nachdem er mit seinen bohrenden Fragen von Planet zu Planet gewandert war und schließlich lernte, wofür sein Herz wirklich schlägt, der das vielleicht größte Geheimnis der Menschheit, den Tod, überwand, um zu seiner Rose zurückzukehren, eine literarische Erlöserfigur!, dieser kleine Prinz gerät nun – Update 2015 – ins Getriebe einer furchteinflösenden Maschine, die von einem tyrannischen Monopolisten gelenkt wird. Er ist ein vermaledeiter Idiot, ein absoluter Taugenichts, der selbst seinen 200-und-werweißwievielten Job in den Sand setzt, der einer völlig blödsinnigen Beschäftigung widerspruchslos nachgeht und Lüftungsschächte und Schornsteine von Wolkenkratzern mit Schrubbern reinigt (anstatt zu Hause seine Vulkane zu pflegen) und der alles vergessen hat, die Affenbrotbäume, sein Schaf, seine Rose und sich selbst. Das kann man verstehen, Gehirnwäsche, Drill, ist eine verständliche Erklärung, doch wer will das glauben? Die, die den Kleinen Prinzen lieben? Ist das Blasphemie? Ein bisschen vielleicht, vielleicht auch noch mehr.

Das kleine Mädchen muss all ihre Phantasie und ihre Kraft darauf verwenden, diesen verkommenen Helden aus seiner Lage zu befreien und seine Erinnerungen zu wecken. Gemeinsam gelingt ihnen die Flucht, gemeinsam befreien sie auch die Sterne aus den Klauen des Geschäftsmannes. Die Sterne kehren an den Himmel zurück und die Menschen dieses Planeten reißen – vielleicht zum ersten Mal in ihrem Leben – die Augen vor Verwunderung auf und ahnen in einem einzigen Augenblick, dass ihre Welt unglaublich und unvergleichlich größer ist, als man ihnen vorgegaukelt hat. Das kleine Mädchen begleitet den Kleinen Prinzen zu seinem verfallenen Planeten. Seine Rose ist noch da. Doch als er sie von der Glasglocke befreit und berührt, zerfällt sie zu Staub. Am Ende des Filmes steht auf einem ruinierten Planeten das Ende einer Liebesgeschichte. Am Ende des Buches, beginnt sie.

Ein Film zum Vergessen? – Fazit

Im Buch sagt der Pilot: „Ich erzähle dies vor allem, um ihn nicht zu vergessen. Denn es ist traurig, einen Freund zu vergessen.“ Diese Fährte nimmt der Film auf. Es ist ein Film gegen das Vergessen, das macht er deutlich. Doch was soll man nicht vergessen, fragt sich am Ende? Die Welt, die er zeigt, hat nichts, woran man festhalten will. Sie ist glatt und durchgebügelt. Doch Mutter und Tochter leben am Ende in dieser Welt füreinander und nicht nur miteinander wie zuvor. Der Kleine Prinz und der Alte gehören – unvergessen – dazu. Für sie beide hat sich alles verändert. Dieses Füreinander der Menschen liegt auch ganz im Sinne von Saint-Exupéry und seinem Buch.

Dieses Buch wurde im Film auf ein Minimum verkürzt und eine eigene Geschichte drum herum gebaut. Ob diese kraftvollen Stop-Motion-Szenen des Originals für das unbeleckte Publikum verständlich genug sind, muss aber bezweifelt werden. Die vielen Ebenen und versteckten Zitate im Film werden sich nur denen erschließen, die das Buch kennen.

Und der Film ist ein Produkt, durchaus liebenvoll und umsichtig gestaltet, der auch zu Tränen rührt, aber es bleibt ein Produkt, das sich am Markt beweisen muss. Ob es ein Verkaufsschlager wird, ist zweifelhaft. Dies legen die ersten Wochen in den Kinosälen der Welt nahe. Die Geschichte ist zu komplex, zu überfrachtet, zu düster und grau und vollgestopft mit rasch wechselnden Bildern und all dem Kitsch, den die Branche und die Zuschauer des 21. Jahrhunderts liebgewonnen haben. Das unsichtbar Wesentliche, auf das es Saint-Exupéry ankam, das jeder Mensch für sich herausfinden muss, das Zeit benötigt, das man zähmen muss, um es zu verstehen, es bleibt einem in diesem Film keine Minute für eine Auseinandersetzung darüber. Dafür wird es einem auf dem Servierteller präsentiert.

Mit einem Budget von rund 60 Millionen Euro bringt man für dieses Produkt alles in Stellung, mit dem die Verkaufsstrategen der Branche heutzutage aufwarten können: So ist der Sprechercast des englischsprachigen Films mit Jeff Bridges, Marion Cotillard, Benicio Del Toro, James Franco, Paul Giamatti, Rachel McAdams, Ricky Gervais und Mackenzie Foy mit Stars bestückt. Die Komponisten Hans Zimmer und Richard Harvey haben einen zarten und wehmütigen Filmscore geschrieben. (Dazu gesellen sich französische Chansons des unsterblichen Charles Trenet.) Auch die deutschsprachigen Sprecherreihen warten mit Til Schweiger und Matthias Schweighöfer die beiden Lichtgestalten am hiesigen Deutschlywood-Himmel für alles in allem kurze Auftritte auf. (Man fragt sich, warum diese Namen in so aufgeblasenen, fetten Buchstaben noch über dem Titel der Plakate prangen.) Das ist dann doch sehr augenscheinlich wie Pillenschlucken, nicht für mehr Zeit – wie im Buch der Verkäufer nahelegt, sondern – Entschuldigung – als Schmerzstiller gegen die vergeudete Zeit in den aufgeblähten Passagen des Filmes, der hätte viel geradliniger erzählt werden können.

Was darf man vergessen? Was soll man vergessen? Der Film wirft am Ende diese Frage auf: Den Kleinen Prinzen, Update 2015, oder den Kleinen Prinzen aus dem Buch? Am Ende ordnet das kleine Mädchen die losen Blätter der Geschichte, glättet sie und bindet sie zusammen. Dieses Buch, diesen Kleinen Prinzen, vereint sie mit seinem Freund, dem sterbenden Piloten. Auf eine fast schon groteske, aber auch sehr poetische Weise legt der Film so seine eigene Vergänglichkeit offen und sagt: In diesem Buch steht alles, was man wissen muss, ich kann dem selbst mit dem größten Brimborium nichts mehr hinzufügen außer die Bitte, dieses Buch samt seiner Botschaft – Liebe, Freundschaft, Freiheit, Nächstenliebe, die Grundlagen unserer humanistischen Kultur! – nicht zu vergessen.

Alexander Varell

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Kinoreview von Robert Hofmann

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